Kik Rufschädigung oder doch die Wahrheit?
Kik, der Texildiscounter, dessen Filialen im Wochentakt wie Pilze aus dem Boden zu sprießen scheinen, hat sich derzeit den Unmut des NDR Magazins Panorama geholt.
Dessen Reporter deckten nämlich, in wohl aufwendigen Recherchen, auf, wie Kik sein Wachstum finanziert. Da ist die Rede von Filialleitern und Filialleiterinnen, denen ein Gehalt von knapp 700€ im Monat zugesprochen wird, Mitarbeitern, die darüber klagen, dass alleine schon die Erwähnung des Wortes Betriebsrat mit einer Kündigung honoriert wird und die sich, wenn auch nicht unter Nennung des eigenen Namens, darüber beschweren, dass es als Geschäftsinteresse gesehen wird vor und nach der Arbeitszeit etwaige Kleiderständer an Ihren Ort zu bringen und die Filialen zu Reinigen und Produktionsbedingungen, die in der Presse mit “Blut an der Kleidung” zitiert werden.
Auch wenn es Kik gelingen sollte, sich gegen eine etwaige Rufschädigung juristisch zu entkräften, so wird sicherlich ein bitterer Beigeschmack bleiben, wenn man das nächste mal in einer Filiale des Textildiscounters zum günstigen Kleidungsstück greift. Der Reputation des Discounters ist erst einmal ein gewaltiger Schaden entstanden. Ob es Kik gelingen wird, sich davon reinzuwaschen, wird alleine die Zukunft weisen können.
Dabei hatte Kik, das Unternehmen von Christian Teevs, zuerst, eigentlich alles richtig gemacht. Man erkannte, dass auch bei Kleidung ein Markt für sehr günstige Preise besteht, hatte den VfL Bochum für sein Trikotsponsoring gewinnen können und, mit Verona Pooth, vielen vielleicht unter ihrem früheren Namen Verona Feldbusch besser bekannt, eine doch recht prominente und illustre Figur für die Bewerbung der Marke gefunden. Und dann das. Scheinbar aus heiterem Himmel bricht über dem strahlend roten Reich von Kik ein medialer Sturm los, dessen Böen doch stark an der sauberen Fassade von Kik kratzen. Ist es wirklich so, dass man bei Kik den eigenen Vorteil und die Gewinne über das Wohl der eigenen Mitarbeiter stellt? Werden Näherinnen der Unternehmen, die für Kik in Bangladesh deren Produkte nähen tatsächlich mit 30€ im Monat entlohnt, was selbst dort kaum zum überleben reicht? Und werden tatsächlich alle etwaigen Forderungen nach etwas mehr Mitbestimmung, die ja in Deutschland fest verankert ist, damit belohnt, dass man in Zukunft sein Geld von der Arge beziehen kann? Wir wissen es ehrlich gesagt nicht.
Was wir aber wissen ist, dass es in der Tat einen Faden Beigeschmack haben wird, wenn man nur die Einkäufe des Textildiscounters von der Filiale zum eigenen Auto trägt. Hat man es wirklich nötig solch günstige, ja vielleicht sogar billige Ware zu kaufen? Fühlt man vielleicht die argwöhnischen Blicke der Mitmenschen, die es sich leisten können Kleidung nicht beim Discounter zu kaufen? Oder wird man bei Kik etwa einlenken und etwaige Missstände, wenn vorhanden, nicht auf juristischem Wege aus dem Wege räumen, ja vertuschen, sondern wirklich eine Besserung der aktuell weder für die eigene Unternehmung und deren Mitarbeiter, sowie potentielle Kunden angenehmen Situation anstreben?
Was der Panorama Bericht aber auf jeden Fall aufwirft, ist die Frage warum solche Textildiscounter überhaupt aufkommen konnten, ja mussten. Wenn eine Familie mit Harz IV einen Betrag im Jahr, der 200€ nur knapp übersteigt, für die komplette Bekleidung eines Kindes zur Verfügung gestellt bekommt, haben diese nämlich fast nur eine Alternative, nämlich die, Kleidung günstig einzukaufen. Sehr günstig. Man würde sicherlich gerne Produkte konsumieren, die auch sozial verträglich sind, hat aber einfach nicht die Möglichkeiten, da es am finanziellen Background scheitert. Wenn man sich, wie in Bangladesh, Kleidung am Munde ab sparen muss, entscheidet man sich doch lieber für die etwaige soziale Ächtung.
Im Endeffekt ist der Kik Fall sehr kurios. Auch wenn die Reputationsmanager von Kik nun alle Hände voll zu tun haben, so ist es schwer dem Unternehmen etwas betriebwirtschaftlich vorzuwerfen. Der Markt von armen Menschen in Deutschland wird bedient. Teures Personal oder gar Betriebsräte sind da nun mal nicht drin.
Von der PR Seite gesehen ein sehr schwieriger Fall, speziell wenn es darum geht die Reputation wieder auf Vordermann zu bringen.
Im Endeffekt kann man wohl davon ausgehen, dass der Ruf von Kik den meisten Kunden egal ist. Der Preis ist sicherlich bei dem überwiegenden Anteil der Kik Kunden das Entscheidende



